Eine Home Bar scheitert selten am Können. Sie scheitert daran, dass acht Flaschen im Regal stehen und sich aus keiner Kombination ein Drink ergibt, den man zweimal machen möchte. Gekauft wurde, was im Angebot war, nicht was zusammenpasst.
Dieser Beitrag dreht die Reihenfolge um: erst die Drinks, dann die Flaschen. Am Ende stehen sechs Spirituosen, eine Handvoll Filler und eine Rechnung, was der Einstieg kostet.
Das Wichtigste in Kürze
- Sechs Flaschen reichen: Gin, Wodka, brauner Rum, Whisky, ein Bitter-Aperitif und ein Likör decken die meisten Klassiker ab.
- Die Filler entscheiden mit: Tonic, Ginger Beer und Bitter Lemon stellen drei Viertel im Glas. An ihnen zu sparen, merkt man sofort.
- Vier Zutaten pro Drink genügen: Gin Tonic, Moscow Mule, Spritz und Hugo brauchen keine lange Liste.
- Einstieg ab rund 120 Euro: für sechs Flaschen im mittleren Preisbereich, Filler kommen separat dazu.
- Lagerung: Spirituosen stehend und dunkel, geöffneter Wermut und cremige Liköre in den Kühlschrank.
- Alkoholfrei mitdenken: Ein alkoholfreier Bitter und ein guter Filler retten jeden Abend, an dem jemand fährt.
Fangen Sie bei den Drinks an, nicht bei den Flaschen
Die übliche Reihenfolge lautet: Flasche kaufen, dann überlegen, was man damit macht. So entstehen Regale voller Einzelstücke. Sinnvoller ist der umgekehrte Weg. Notieren Sie drei Drinks, die Sie wirklich gern trinken, und kaufen Sie erst danach ein. Fast immer bleiben dabei weniger Flaschen übrig, als man denkt.
Der Grund ist einfach: Die Klassiker teilen sich ihre Basis. Der Wodka steckt im Moscow Mule und im Espresso Martini, der braune Rum im Cuba Libre und im Dark 'n' Stormy. Wer diese Überschneidungen kennt, kommt mit sechs Flaschen aus statt mit zwölf.
Die sechs Flaschen für den Anfang
- Gin: Die vielseitigste Basis. Ein klassischer London Dry passt zu Tonic, zu Zitrus und zu bitteren Aperitifs.
- Wodka: Neutral, deshalb unauffällig. Er trägt Moscow Mule und Espresso Martini, ohne sich vorzudrängen.
- Brauner Rum: Bringt Röstaromen mit und macht aus Cola einen Drink statt einer Mischung.
- Whisky: Pur zu trinken und gleichzeitig die Basis für Sour und Highball. Ein Blend reicht für den Anfang völlig.
- Bitter-Aperitif: Der Gegenpol zur Süße. Ohne eine bittere Flasche schmecken alle Drinks in dieselbe Richtung.
- Likör: Ein Kaffeelikör für den Espresso Martini, ein Orangenlikör für die Sour-Familie. Hier ist Süße kein Fehler, sondern die Aufgabe.
Wermut gehört streng genommen als siebte Flasche dazu, weil er Martini und Negroni erst möglich macht. Er ist allerdings ein Wein und damit das einzige Element, das nach dem Öffnen verdirbt. Wer selten rührt, kauft ihn später.
Die Filler, die den Unterschied machen
Bei einem Longdrink ist die Spirituose ein Viertel des Glases. Den Rest stellt der Filler. Hier zu sparen, fällt stärker auf als bei der Flasche darunter.
- Tonic Water: Ein kräftiges Indian Tonic trägt einen London Dry, ein mildes lässt blumige Gins durch.
- Ginger Beer: Mit Ingwer gebraut und deutlich schärfer als Ginger Ale. Für den Moscow Mule führt kein Weg daran vorbei.
- Bitter Lemon: Die Abkürzung zu Säure und Bitterkeit, wenn gerade keine Zitrone im Haus ist.
- Sirup: Zuckersirup für Sours, Holunderblüte für den Hugo. Zwei Flaschen genügen lange.
Eine Übersicht über die Mixer finden Sie unter Filler.
Was frisch dazugehört
Drei Dinge lassen sich nicht auf Vorrat legen und entscheiden trotzdem über das Ergebnis: Zitronen und Limetten für die Säure, Minze für die Frische und vor allem Eis. Rechnen Sie mit sechs bis acht Würfeln pro Glas. Wer weniger nimmt, trinkt nach fünf Minuten einen verwässerten Drink, weil wenig Eis schneller schmilzt als viel.
Einfache Cocktails aus vier Zutaten
Mit der Grundausstattung oben sind Sie bei den meisten Klassikern in zwei Minuten fertig. Diese sechs kommen mit höchstens vier Zutaten aus, und jeder ist bei uns Schritt für Schritt aufgeschrieben:
- Gin Tonic: Gin, Tonic, Limette, Eis. Ein Teil Gin auf drei Teile Tonic.
- Moscow Mule: Wodka, Ginger Beer, Limettensaft, Eis. Die Schärfe kommt aus dem Ingwer.
- Aperol Spritz: Prosecco, Aperol, Mineralwasser, Eis. Drei zu zwei zu eins.
- Hugo: Prosecco, Holunderblütensirup, Minze, Limette. Zwei Zentiliter Sirup reichen.
- Espresso Martini: Wodka, Kaffeelikör, frischer Espresso. Die Schaumkrone entsteht beim Schütteln.
- Lillet Wild Berry: Lillet Blanc, Wild Berry, Limette, Eis. Ein Teil auf drei.
Alle Rezepte stehen in unserer Rezeptwelt, samt Mengen und Reihenfolge.
Was die Grundausstattung kostet
Die Spanne ist größer, als viele erwarten. Diese drei Stufen decken die meisten Fälle ab:
- Einstieg, rund 120 bis 150 Euro: sechs Flaschen aus dem mittleren Regal. Für Longdrinks völlig ausreichend, weil der Filler ohnehin dominiert.
- Solide, rund 200 bis 280 Euro: eine Stufe höher bei Gin und Whisky, weil beide auch pur getrunken werden. Bei Wodka lohnt der Aufpreis am wenigsten.
- Gehoben, ab 350 Euro: mit Wermut, einem zweiten Gin und einem Whisky, den man nicht mehr mischt.
Ein Hinweis, der mehr spart als jede Preisliste: Kaufen Sie die Filler in Mehrwegkästen statt in Einzelflaschen. Bei Tonic und Ginger Beer macht das über ein Jahr mehr aus als der Unterschied zwischen zwei Gins.
Drei Fehler, die am Anfang Geld kosten
Diese drei tauchen in fast jeder neuen Hausbar auf:
- Zu viele Flaschen auf einmal: Wer zum Start zwölf Spirituosen kauft, hat nach einem Jahr neun angebrochene stehen. Besser sechs kaufen und nachlegen, wenn eine leer wird.
- An den Fillern sparen: Der Filler stellt drei Viertel im Glas. Ein teurer Gin mit billigem Tonic schmeckt schlechter als umgekehrt.
- Spezialitäten vor Basics: Ein Fasslagerungs-Gin ist interessant, aber er ersetzt keinen London Dry. Das Besondere kommt, wenn das Alltägliche steht.
Einkauf und Lieferung
Ein praktischer Punkt zum Schluss, der beim Zusammenstellen oft untergeht. Filler kaufen Sie am besten im Mehrwegkasten, und Kästen sind schwer. Wein und Spirituosen versenden wir deutschlandweit, Artikel mit Pfand liefern wir nur in unserem regionalen Liefergebiet aus. Alles dazu steht auf unserer Lieferservice-Seite.
Wer lieber in Ruhe vergleicht, findet die komplette Auswahl unter Spirituosen.
Richtig lagern, damit nichts verdirbt
Spirituosen sind haltbar, aber nicht unbegrenzt unempfindlich. Vier Punkte genügen:
- Stehend lagern: Hochprozentiges greift den Korken an. Anders als Wein gehören diese Flaschen aufrecht ins Regal.
- Dunkel und kühl: Licht bleicht Liköre aus und verändert die Farbe. Die Fensterbank ist der schlechteste Platz im Raum.
- Wermut in den Kühlschrank: Er ist ein Wein. Geöffnet hält er dort drei bis vier Wochen, im Regal verliert er binnen Tagen.
- Cremiges zügig austrinken: Sahne- und Eierliköre halten geöffnet und gekühlt einige Wochen, klarer Schnaps dagegen Jahre.
Reine Spirituosen über 40 Prozent verändern sich auch nach Jahren kaum. Was nachlässt, ist das Aroma in angebrochenen Flaschen, die nur noch zu einem Viertel gefüllt sind.
Alkoholfrei von Anfang an mitdenken
An fast jedem Abend ist jemand dabei, der fährt oder einfach nicht trinkt. Mit zwei zusätzlichen Flaschen muss diese Person nicht beim Mineralwasser landen.
- Ein alkoholfreier Bitter-Aperitif: Er bringt die herbe Note mit, die sonst dem Drink seine Form gibt.
- Ein guter Filler als Basis: Tonic mit Zitronenzeste oder Ginger Beer mit Limette ergeben für sich genommen schon einen Drink.
Die Auswahl dazu steht unter alkoholfreie Getränke.
Häufige Fragen zur Home Bar
Rund um die erste eigene Bar tauchen immer wieder dieselben Fragen auf. Hier stehen die Antworten kurz beieinander.
Abgabe alkoholischer Getränke nur an Personen ab 18 Jahren.
