Eine Flasche Wein ist eines der beliebtesten Geschenke überhaupt, und gleichzeitig eines, bei dem viele unsicher sind. Wer verschenkt, will Wertschätzung zeigen und einen guten Eindruck hinterlassen. Genau deshalb ist die Sorge groß, danebenzugreifen: zu teuer, zu billig, zu ausgefallen, zu beliebig.
Die gute Nachricht: Sie müssen kein Weinkenner sein, um eine passende Flasche auszuwählen. Es reicht, drei Fragen vorher zu klären.
Die drei Fragen, die Sie vorher klären sollten
Fast jede Kaufentscheidung beim Weingeschenk lässt sich auf diese drei Punkte zurückführen:
- Der Anlass: Ein Mitbringsel zum Abendessen ist etwas anderes als ein Hochzeitsgeschenk. Der Anlass bestimmt das Budget und die Wirkung, die das Geschenk haben soll.
- Der Kenntnisstand des Beschenkten: Bei jemandem, der sich mit Wein beschäftigt, zählen Herkunft und Handschrift des Winzers. Bei jemandem, der einfach gern Wein trinkt, zählt vor allem, dass die Flasche zugänglich ist.
- Das Budget: Es gibt für jeden Anlass einen üblichen Rahmen. Wer ihn kennt, muss nicht raten.
Die restlichen Abschnitte dieses Beitrags gehen diese drei Punkte der Reihe nach durch.
Wie viel sollte ein Weingeschenk kosten?
Es gibt dafür keine feste Regel, aber sehr stabile Gewohnheiten. Diese Spannen decken die meisten Situationen ab:
- Mitbringsel zum Abendessen: Rund 10 bis 20 Euro. Hier geht es um die Geste, nicht um den Wert. Eine Flasche, die deutlich teurer ist, kann die Gastgeber sogar in Verlegenheit bringen.
- Geburtstag im Freundes- oder Familienkreis: Etwa 20 bis 40 Euro, je nachdem, wie nah man sich steht.
- Hochzeit oder runder Geburtstag: Ab etwa 30 Euro aufwärts. Wein wird hier oft mit anderen Geschenken kombiniert, etwa als Teil eines größeren Präsents.
- Geschäftlicher Anlass: Dazu gibt es weiter unten einen eigenen Abschnitt, denn hier gibt es eine steuerliche Grenze, die den Rahmen vorgibt.
Ein Hinweis, der öfter weiterhilft als jede Preisempfehlung: Zwei sorgfältig ausgewählte Flaschen wirken meist durchdachter als eine teure. Vor allem, wenn sie zueinander einen Kontrast bilden, etwa ein Weißwein und ein Rotwein aus derselben Region.
Wenn Sie sich am Budget orientieren möchten, hilft ein Blick auf unsere beliebten Weine unter 10 Euro für den kleineren Rahmen und auf die Weinpakete, wenn es mehr als eine Flasche sein soll.
Rotwein oder Weißwein verschenken?
Wenn Sie den Geschmack des Beschenkten nicht kennen, ist Rotwein die etwas sicherere Wahl. Er wird häufiger als klassisches Geschenk wahrgenommen, ist bei der Übergabe weniger temperaturempfindlich und lässt sich leichter über längere Zeit lagern.
Das heißt nicht, dass Weißwein die schlechtere Option wäre. Er ist nur spezifischer: Ein trockener Riesling, ein cremiger Chardonnay und ein Grauburgunder sprechen sehr unterschiedliche Vorlieben an. Wenn Sie wissen, was der Beschenkte mag, ist ein guter Weißwein oft das persönlichere Geschenk.
Zwei Faustregeln für den Zweifelsfall:
- Bei Unsicherheit eher trocken als lieblich: Trockene Weine passen zu mehr Gelegenheiten und werden seltener als zu süß empfunden.
- Bei Unsicherheit eher zugänglich als eigenwillig: Ein sehr gerbstoffbetonter oder stark holzgeprägter Wein begeistert Kenner und kann alle anderen überfordern.
Die passende Auswahl finden Sie unter Rotwein, Weißwein und Roséwein.
Weingeschenke nach Anlass
Gastgeschenk und Mitbringsel
Eine Flasche Wein ist als Gastgeschenk fast immer richtig. Wichtig ist nur die Erwartungshaltung: Die Gastgeber haben das Menü meist längst geplant und dazu passende Weine im Haus. Ihre Flasche ist ein Geschenk für später, keine Ansage für den Abend. Sagen Sie das bei der Übergabe ruhig dazu, das nimmt beiden Seiten den Druck.
Wenn Sie zu einem konkreten Essen eingeladen sind und wissen, was es gibt, können Sie natürlich gezielt etwas Passendes mitbringen.
Geburtstag
Hier lohnt es sich, persönlich zu werden. Ein Wein aus der Region, in der der Beschenkte aufgewachsen ist, aus dem Land des letzten gemeinsamen Urlaubs oder von einem Weingut, das Sie zusammen besucht haben, trägt eine Geschichte. Die ist am Ende mehr wert als ein paar Euro mehr auf dem Preisschild.
Einen Überblick über die Herkunftsländer finden Sie auf unserer Seite Weine aus aller Welt.
Hochzeit
Zur Hochzeit wird Wein gern als lagerfähige Flasche verschenkt, die das Paar zum ersten Hochzeitstag öffnet. Dafür braucht es einen Wein mit Struktur, der ein paar Jahre übersteht. Kräftige Rotweine aus klassischen Regionen eignen sich dafür besser als leichte, frische Weine, die jung getrunken werden wollen.
Alternativ, und oft naheliegender: Schaumwein. Dazu mehr im eigenen Abschnitt weiter unten.
Einzug und Einweihung
Beim Einzug ist Wein ein klassisches Geschenk, weil er sofort verwendbar ist und nicht dauerhaft Platz in einer noch unfertigen Wohnung beansprucht. Hier passt eher der unkomplizierte, gesellige Wein als die Rarität für den Keller. Ein kleines Weinpaket mit drei bis sechs Flaschen ist oft die bessere Idee als eine einzelne besondere Flasche.
Weihnachten
Zu Weihnachten darf der Wein etwas mehr Gewicht haben, weil er häufig zum Festessen getrunken wird. Kräftige Rotweine passen zu Braten und Wild, ein guter Schaumwein zum Anstoßen davor. Wenn Sie mehreren Menschen etwas schenken möchten, sind Weinpakete die pragmatischste Lösung.
Geschäftlicher Anlass
Hier kommt eine Zahl ins Spiel, die viele nicht auf dem Schirm haben. Geschenke an Geschäftspartner sind nur dann als Betriebsausgabe abziehbar, wenn sie pro Empfänger und Wirtschaftsjahr eine Freigrenze nicht überschreiten. Diese Grenze wurde durch das Wachstumschancengesetz zum 1. Januar 2024 von 35 auf 50 Euro angehoben.
Zwei Details dazu:
- Netto oder brutto: Wer zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, für den gilt die Grenze netto. Wer es nicht ist, für den gilt sie brutto.
- Freigrenze, nicht Freibetrag: Wird die Grenze überschritten, entfällt die steuerliche Begünstigung für das gesamte Geschenk, nicht nur für den übersteigenden Teil.
Praktisch heißt das: Bei Geschäftsgeschenken ist der Preisrahmen vorgegeben, und in diesem Rahmen lässt sich sehr gut ein Wein finden. Diese Angaben ersetzen keine Steuerberatung. Fragen Sie im Zweifel Ihren Steuerberater.
Wein für Weinkenner auswählen
Bei jemandem, der sich wirklich mit Wein beschäftigt, gewinnen Sie nicht über den Preis. Ein Kenner hat die bekannten Klassiker meist schon im Regal, und eine teure Flasche vom immer gleichen Gut ist eher erwartbar als beeindruckend.
Interessanter sind drei andere Wege:
- Die unbekanntere Region: Ein sehr gut gemachter Wein aus einem Gebiet, das nicht jeder auf dem Schirm hat, ist ein Gesprächsanlass. Portugal, Österreich und einzelne italienische Regionen abseits der Toskana bieten dafür viel.
- Die Handschrift des Winzers: Weine von Erzeugern mit klarem Profil sagen mehr aus als Weine von großen Marken. Ein Anhaltspunkt dafür sind unsere VDP.Weine.
- Der Vergleich: Zwei Flaschen derselben Rebsorte aus verschiedenen Regionen oder Jahrgängen. Das ist für Kenner deutlich spannender als eine einzelne Flasche, weil es zum Probieren einlädt.
Wenn Sie über die Rebsorte einsteigen wollen, hilft unsere Übersicht der Rebsorten.
Sekt und Champagner als Geschenk
Schaumwein hat als Geschenk einen Vorteil, den stiller Wein nicht hat: Er signalisiert einen Anlass. Wer eine Flasche Sekt überreicht, sagt damit, dass es etwas zu feiern gibt. Deshalb funktioniert Schaumwein besonders gut zu Hochzeit, Beförderung, Prüfung, Jubiläum und zum Jahreswechsel.
Die Unterschiede in Kürze:
- Sekt: Der deutsche Klassiker. Bei traditioneller Flaschengärung bekommen Sie viel Qualität für Ihr Geld. Zur Auswahl: Sekt und Kessler Sekt, die älteste Sektkellerei Deutschlands.
- Champagner: Der Name hat als Geschenk die größte Wirkung, kostet dafür aber auch am meisten. Zur Auswahl: Champagner.
- Crémant: Der französische Schaumwein außerhalb der Champagne, ebenfalls flaschenvergoren. Oft die klügste Wahl, wenn Sie französischen Stil ohne Champagnerpreis möchten. Zur Auswahl: Crémant.
- Prosecco: Leichter und fruchtiger, gut für lockere Anlässe. Zur Auswahl: Prosecco.
Was gut zu einer Flasche Wein dazupasst
Eine einzelne Flasche wirkt schnell wie eine Verlegenheitslösung. Mit einer kleinen Ergänzung wird daraus ein durchdachtes Geschenk. Was sich bewährt hat:
- Eine zweite Flasche im Kontrast: Ein Rotwein und ein Weißwein derselben Region, oder zwei Jahrgänge desselben Weins.
- Etwas Süßes zum Abschluss: Ein Portwein oder ein anderer Likörwein ergänzt einen Rotwein gut, weil er in den Abend hineinreicht, wenn die Flasche leer ist.
- Etwas zum Dazuessen: Dunkle Schokolade, Nüsse oder ein Stück Käse aus der Region des Weins.
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Etwas aus einer anderen Kategorie: Wenn Sie wissen, dass der Beschenkte auch Spirituosen mag, funktioniert die Kombination aus einer Flasche Wein und einem kleinen Obstbrand oder Likör gut. Eine Auswahl finden Sie unter Spirituosen.
Weinflasche als Geschenk verpacken
Eine unverpackte Flasche sieht schnell nach spontanem Einkauf aus. Vier Varianten, die ohne Bastelaufwand funktionieren:
- Die Papiertüte: Eine schmale Geschenktüte, oben mit Seidenpapier aufgefüllt. Die schnellste Lösung und für ein Mitbringsel völlig ausreichend.
- Das Einschlagen in Papier: Flasche mittig auf das Papier legen, einrollen, an beiden Enden eindrehen und mit Band fixieren. Der klassische Bonbon-Look.
- Die Stoffserviette oder das Geschirrtuch: Flasche hineinstellen, den Stoff hochziehen, am Hals mit einem Band binden. Das Tuch ist gleich Teil des Geschenks.
- Die Holzkiste: Für größere Anlässe. Mit Holzwolle ausgelegt, passen ein bis drei Flaschen samt Beilagen hinein.
Zwei Dinge, die den Unterschied machen: Schneiden Sie das Papier so zu, dass es oben mit dem Flaschenhals abschließt, sonst wirkt die Verpackung schlaff. Und legen Sie eine kleine Karte dazu, auf der steht, was in der Flasche ist und warum Sie sie ausgewählt haben. Der Satz dazu ist oft das, woran sich die Beschenkten erinnern.
Wein sicher transportieren und richtig übergeben
Drei praktische Punkte, die selten irgendwo stehen:
- Stehend transportieren, kurz vorher liegend lagern: Für den Weg zum Gastgeber reicht stehend völlig aus. Wer den Wein länger aufbewahrt, lagert Flaschen mit Naturkork liegend, damit der Korken nicht austrocknet.
- Im Winter nicht im Auto lassen: Friert der Wein, dehnt er sich aus und drückt den Korken heraus. Nehmen Sie die Flasche mit hinein, statt sie über Nacht im Kofferraum zu lassen.
- Nicht vorgekühlt übergeben: Ein Geschenk wird in aller Regel nicht sofort geöffnet. Eine beschlagene, kalte Flasche macht nur die Verpackung feucht. Die Ausnahme ist, wenn Sie vorher abgesprochen haben, dass der Wein an diesem Abend getrunken wird. Dann gilt für Schaumwein etwa 6 bis 8 Grad, für Weißwein etwa 8 bis 12 Grad und für Rotwein etwa 16 bis 18 Grad.
Wenn Sie den Wein direkt verschicken lassen möchten, statt ihn selbst zu übergeben: Wir versenden bruchsicher verpackt, die Lieferzeit beträgt 2 bis 4 Werktage, ab 120 Euro Bestellwert ist der Versand kostenfrei.
Häufige Fragen zum Thema Wein verschenken
Rund um Wein als Geschenk tauchen immer wieder dieselben Fragen auf. Hier sind die Antworten auf die häufigsten davon.
Abgabe alkoholischer Getränke nur an Personen ab 18 Jahren.
