Im Herbst ändert sich, was im Glas zählt. Die Saison beginnt im September mit dem jungen, noch gärenden Wein, geht im Oktober über zu Apfel und Birne und endet im November bei den Heißgetränken. Glühwein, Punsch, Grog und Feuerzangenbowle werden dabei oft in einen Topf geworfen, obwohl sie ganz unterschiedliche Getränke sind. In diesem Beitrag finden Sie den Überblick über die Saison, die Unterschiede zwischen den Klassikern und die Weine und Spirituosen, die Sie dafür brauchen.
Die Herbstsaison in drei Phasen
Wer sich am Kalender orientieren möchte, kann sich diese Einteilung merken:
- September: Federweißer und neuer Wein, klassisch zu Zwiebelkuchen oder Flammkuchen.
- Oktober: Apfel und Birne bestimmen das Bild, als Saft, als Brand und in den ersten kalten Herbstdrinks.
- November: Die Heißgetränke übernehmen, von Glühwein über Punsch bis zur Feuerzangenbowle.
Federweißer und neuer Wein: Der Auftakt im September
Federweißer ist weder Traubensaft noch fertiger Wein, sondern etwas dazwischen. Die Hefe arbeitet noch und wandelt Zucker in Alkohol und Kohlensäure um. Deshalb ist das Getränk trüb, und deshalb gelten beim Umgang damit ein paar besondere Regeln.
Verkauft werden darf Federweißer ab etwa vier Volumenprozent. Weil die Gärung in der Flasche weitergeht, kann der Alkoholgehalt bis auf rund elf Volumenprozent steigen. Das Deutsche Weininstitut nennt etwa fünf Volumenprozent als den Punkt, an dem Süße, Säure und Alkohol am besten zusammenpassen.
Je nach Region heißt derselbe Wein anders: In Rheinhessen ist es der Rauscher, in Franken der Bremser, in Österreich der Sturm und in der Pfalz einfach der neue Wein.
Worauf Sie achten sollten:
- Immer stehend transportieren: Die Verschlüsse sind mit Absicht nicht luftdicht, damit die Kohlensäure entweichen kann. Liegend läuft die Flasche aus.
- Nie fest verschließen: Sonst baut sich Druck auf, und die Flasche kann platzen.
- Kühl lagern: Im Kühlschrank verlangsamt sich die Gärung. So bleibt der Federweiße länger so süß, wie Sie ihn mögen.
- Zügig trinken: Nach dem Öffnen sollten Sie ihn innerhalb weniger Tage aufbrauchen.
Ein Hinweis, der auf jedem Herbstfest zutrifft: Die Süße überdeckt den Alkohol, und der Gehalt steigt mit jedem Tag weiter an. Man merkt also weniger, als tatsächlich im Glas ist.
Wenn die Saison vorbei ist, übernehmen die fertig ausgebauten Weine. Eine Auswahl finden Sie in unserer Kollektion Weißwein und bei den deutschen Weinen.
Glühwein, Punsch, Grog und Feuerzangenbowle: Die Unterschiede
Diese vier Getränke werden ständig verwechselt. Wenn man auf die Basis schaut, wird die Sache einfach:
| Getränk | Basis | Typisch dafür |
|---|---|---|
| Glühwein | Nur Rot- oder Weißwein | Zimt und Gewürznelken, kein Wasser, kein zusätzlicher Alkohol |
| Punsch | Fruchtsaft, oft mit Tee | Wein, Rum oder Likör plus Gewürze, deutlich fruchtiger |
| Grog | Rum | Heißes Wasser und Zucker, sonst nichts |
| Feuerzangenbowle | Rotwein | Brennender Zuckerhut, dadurch eine Karamellnote |
Dahinter steckt mehr als Geschmack. Glühwein ist in der Verordnung (EU) Nr. 251/2014 geregelt und damit ein geschützter Begriff. Er wird ausschließlich aus Rot- oder Weißwein hergestellt und hauptsächlich mit Zimt oder Gewürznelken gewürzt. Vorgeschrieben sind mindestens 7 und weniger als 14,5 Volumenprozent Alkohol. Wasser darf nicht zugesetzt werden, weiterer Alkohol ebenfalls nicht. Gesüßt werden darf dagegen mit Zucker, Traubenmost, Honig oder Zuckersirup. Wird Weißwein verwendet, muss das auf dem Etikett stehen, zum Beispiel als weißer Glühwein. Aus Roséwein darf gar kein Glühwein gemacht werden, jedenfalls nicht unter diesem Namen.
Daraus folgt eine Unterscheidung, die viele überrascht: Sobald Rum, Likör oder Fruchtsaft dazukommt, ist es rechtlich ein Punsch und kein Glühwein mehr. In der eigenen Küche spielt das keine Rolle, im Handel schon.
Ein Sonderfall ist der Jagertee. Nach der EU-Spirituosenverordnung (EU) 2019/787 sind die Bezeichnungen Jagertee, Jägertee und Jagatee geschützt. Gemeint ist damit ein Likör, der ausschließlich in Österreich hergestellt wird, aus Alkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, Tee oder Teeextrakt und Inländerrum. Man mischt ihn also nicht selbst zusammen, sondern kauft ihn fertig und gießt ihn mit heißem Schwarztee auf. Den Likör dafür führen wir von der Feinbrennerei Thomas Prinz, den passenden Tee finden Sie unter Teegetränke.
Alkoholfreier Glühpunsch und Kinderpunsch
Für die alkoholfreie Variante hört man oft den Begriff alkoholfreier Glühwein. Zulässig ist er nicht, und der Grund ergibt sich direkt aus der Definition weiter oben: Glühwein muss aus Wein bestehen und mindestens 7 Volumenprozent Alkohol enthalten. Ein Heißgetränk aus gesüßtem und gewürztem Fruchtsaft erfüllt das nicht. Richtig heißt es alkoholfreier Glühpunsch oder Kinderpunsch. Aus demselben Grund sind auch Kinderglühwein und Autofahrerglühwein keine erlaubten Bezeichnungen.
Wer näher am Original bleiben möchte, nimmt statt Fruchtsaft einen entalkoholisierten Wein als Basis. Die Auswahl dafür finden Sie bei uns unter alkoholfreier Wein.
Kalte Herbstdrinks
Nicht jeder Herbstabend verlangt nach einem Heißgetränk. Im Oktober, wenn es abends kühl, aber noch nicht kalt ist, passen kalte Drinks mit Apfel, Birne und Zimt oft besser. Zwei Vorschläge:
- Apfel-Highball: 4 Zentiliter Calvados oder Apfelbrand auf Eis geben, mit naturtrübem Apfelsaft auffüllen, einen Spritzer Zitrone dazu und mit einer Zimtstange servieren.
- Birnen-Spritz: 2 Zentiliter Birnenbrand mit 1 Zentiliter Holunderblütensirup verrühren, mit Sekt auffüllen und mit einer dünnen Birnenscheibe garnieren. Die passenden Sirupe finden Sie unter Sirup.
Was in die Herbst-Hausbar gehört
Mit diesen fünf Kategorien decken Sie die gesamte Saison ab:
- Rotwein, trocken bis halbtrocken: Die Basis für Glühwein und Feuerzangenbowle. Nehmen Sie einen kräftigen Wein, der gegen die Gewürze ankommt. Ein dünner Wein schmeckt am Ende nur nach Zucker und Zimt. Bei uns finden Sie den passenden Rotwein.
- Brauner Rum: Für Grog, Punsch und den Schuss im Glühwein. Für die Feuerzangenbowle brauchen Sie mindestens 54 Volumenprozent, sonst brennt der Zuckerhut nicht richtig. Entdecken Sie unser Angebot an braunem Rum.
- Whisky: Die Grundlage für den Hot Toddy. Welche Sorte Sie nehmen, ist Geschmackssache. Ein milder Blend ergibt eine runde Version, ein rauchiger Islay eine deutlich kräftigere. Stöbern Sie in unserer Kollektion Whisky.
- Obstbrand: Apfel und Birne für die kalten Herbstdrinks. Entdecken Sie Obstbrand bei uns.
- Likör: Eierlikör als Abkürzung zum Eierpunsch, dazu Kräuter- und Mandellikör zum Abrunden von Heißgetränken. Zu unserem Likör-Angebot.
Das komplette Sortiment finden Sie unter Spirituosen und Wein.
Häufige Fragen zu Herbstgetränken, Herbstcocktails & Herbst-Aperitifs
Im Herbst erreichen uns immer wieder dieselben Fragen zu Federweißer, Glühwein und Punsch. Die wichtigsten davon haben wir hier zusammengestellt.
Abgabe alkoholischer Getränke nur an Personen ab 18 Jahren.
